Musikverein Bottmingen

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Aus der Festzeitschrift des Jubeljahres 1966
 
Mit einer ausserordentlichen Generalversammlung wird das Jubiläumsjahr am 19. Januar eröffnet. Auf Initiative von Organisationspräsident A. Stöcklin folgen:
 
1.
Zur gedeihlichen Weiterentwicklung des Vereines, Ende April, Sammlung zu Gunsten einer Neuinstrumentierung, unterstützt durch ein Paronatkomitee und Platzkonzerte. Erfreulich fliessen die Spenden. Die Einwohnergemeindeversammlung vom 30. Juni 1966 beschliesst ihrerseits spontan einen Beitrag von Fr. 10.000.--.
 
2.
Am grossen Volksfest vom 27. und 28. August auf dem Schulhausareal, unter Beteiligung der Ortsvereine und Mitwirkung der beiden Patensektionen Musikverein Allschwil und Oberwil, sowie der befreundeten Vereine Metallharmonie Binningen, Musikverein Ettingen, Münchenstein, Reinach, Therwil und Joderclub Oberwil, erfreut sich die ganze Befölkerung. Der Jubiläumsakt vom Sonntag Nachmittag gereicht allen Teilnehmern zur grossen Freude. Hier die Ansprache von Organisationspräsident A. Stöcklin:
 
"Liebe Festgemeinde,
100 Jahre Musikverein Bottmingen, welch ein Ereignis. ein Tag der Freude, der Besinnung und der Ehre. Wir alle, insbesondere aber die Einwohner von Bottmingen freuen sich sehr, dass der Musikverein sein 100-jähriges Bestehen in geistiger Frische und köperlicher Fitness feiern kann. Im Namen der Einwohner und aller Anwesenden entbiete ich dem Jubilar herzlichen Gruss und Glückwunsch zum heutigen Jubelfeste. Ehrfürchtig drücken wir Dir, Jubilar, die Hand und wünschen Dir auf Deinem weiteren Lebenswege in's zweite Jahrhundert Glück und Erfolg.
 
Ihr aktive Musikanten lassen Euch sagen, die Uhr, sie wird weiter schlagen. Haltet zusammen, seid einig und stark, dann bleibt Eurem Vereine viel erspart.
Wir freuen uns, die Spitzen des Kontonalen Musikverbandes als Gäste an unserere Jubelfeier begrüssen zu können. Wir schätzen die Beziehungen sehr, die uns mit dem Kantonalverband verbinden.
Kammerandschaftliche Grüsse und herzlich Willkomm, entbieten wir unseren beiden Patensektionen, dem Musikverein Allschwil und dem Musikverein Oberwil. Nicht minder willkomen heissen wir auch unsere Nachbarsektion den Musikverein Münchenstein. Es bedeutet für uns Bottminger eine besondere Freude, Euch liebe Paten- und Nachbarfreunde, als Ehrengäste an unserem Jubiläum begrüssen zu können.
An unsere Bruder- und Schwestervereine von Bottmingen richten wir kamerad­schaftliche Grüsse und freuen uns besonders am gegenseitigen guten Einvernehmen.
 
Aufrichtige Freude empfinden wir an der Verbundenheit, die wir mit der Ein­wohner­schaft von Bottmingen und seiner Behörde pflegen können. Dass wir diese Verbundenheit echt und tief ist, durften wir bei unserer Sammelaktion zur Neuinstrumentierung eindrücklich erleben. All jenen, die in so spontaner und ausserordentlicher Weise gespendet haben, möchten wir bei dieser Gelegenheit aufrichtig danken. Verehrte Spender, Sie dürfen sicher sein, dass wir mit den erhlatenten Geldern haushälterisch umgehen werden. Die Neuinstrumentierung des Musikvereins Bottmingen ist instrumenten­mässig dringend. Sie ist aber auch in psychlogischer Sicht wünschenswert. Wenn wir den Musikanten von Bottmingen als Geburtstagsgeschenk neue Instrumente überreichen können, so werden sie uns sicher noch mehr Freude bereiten, als sie es schon bisher in recht grossem Umfang taten.
Als Gruss und als Ausdruck des Dankes wird unser Ehrenzeichen an Ihnen vorbei defilieren. Die Vereinsfahne, Symbole der Gemeinschaft und der Kameradschaft, grüsst Euch und heisst alle bei uns herzlich willkomnen.
 
Fahnnenmarsch
 
Geschätzte Anwesende,
Wenn wir heute in festlicher Stimmung den hundersten Geburtstag des Musikvereins Bottmingen feiern, uns in ungezwungener Art an einem Volksfest erfreuen, so wollen wir doch jene nicht vergessen, die damals unsern Verein aus der Taufe hoben, Sie weilen schon längst nicht mehr unter uns. Bereits sind ihnen auch andere, die ebenfalls treu dem Musikverein dienten, nachgefolgt. Ihnen, den Ehemaligen, wollen wir, verehrte Festgemeinde, in besinnlichem Moment gedenken und erfürchtig unser Haupt zu Boden senken.
 
Ich hat einen Kameraden
 
Verehrte Festbesucher,
Oft stellt sich uns Vereinsfuktionäre die Frage, hat es wohl einen Sinn, sich in der heutigen Zeit mit Vereins-Sorgen uns Nöten herumzuschlagen? Ist diese ganze Vereins­meierei nicht längst überholt? Haben sich nicht in jüngster Zeit die Lebens­gewohn­heiten gewaltig geändert? Wer hat denn heute noch Zeit und Lust, uneigennützig einem Verein zu dienen? Materielle Intressen beherrschen leider allzusehr das heutige Zeitalter. Unter solchen Voraussetzungen ist es doppelt schwer, Vereine und Gemein­schaften mit ideeller Zielsetzung am Leben zu erhalten. Wenn wir heute Sie, geschätzte Anwesende, ersuchen, in irgend einer Form den Idealen zu dienen, so in der Über­zeugung, dass die Tätigkeit der Vereine für den Fortbestand unserer demo­kratischen Einrichtungen nicht nur nützlich ist, ja vielmehr eine staatspolitische Not­wendigkeit bedeutet. Wir hoffen sehr, dass sich immer wieder Leute finden werden, die bereit sind, diese Werte der Volksbindung zu fördern. Nicht der materielle Besitz, wohl aber das geistige Vermögen, befähigt den Menschen, der Allgemeinheit zu dienen. Mit dem folgenden Musikvortrag, "Einzug der Urschweizer", werden wir an jene Zeit erinnert, wo eine wohl kleine, aber ent­schlossene Gemeinschaft Grosses vollbrachte. Vergessen wir jene Taten unserer Vor­fahren nicht, deren Auswirkungen uns allen, auch heute noch, zum Segen gereichen.
 
Einzug der Urschweizer
 
Und nun, liebe Freunde, möchte ich zum Jubiläum "100 Jahre Musikverein Bottmingen" selbst Stellung nehmen.
Der heutige Tag steht ja unter dem Motto: Die Bottminger feiern ihren 100-jährigen Musikverein. Diese Feier soll Alt und Jung zusammenführen und jedem Ein­zelnen Gelegenheit geben, den hundersten Geburtstag des Musikverein nach per­sönlichem Geschmack zu feiern. Ende Oktober werden wir an einer internen Jubi­läumsfeier, in traditioneller Form, den Mitgliedern und eingeladenen Gästen die Gründungs- und Vereinsgeschichte bekannt machen. Heute aber, liebe Freunde, wollen wir Geselligkeit und Fröhlichkeit pflegen und die Bande der Freundschaften neu bekräftigen.
Bevor wir aber zum feuchtfröhlichen Festen übergehen, soll unser Jubilar, als Zeichen der Verbundenheit und Anhänglichkeit seiner Mitbürgerinnen und Mitbürger, aus zarter Hand einige Blumen empfangen. Ich bitte unsere Ehrendamen, den Musikanten von Bottmingen je ein Sträusschen ans Revers zu heften.
Liebe aktive Musikanten,
Ihr seid heute die Repräsentanten jenes Vereins, der stets andern durch flotte Musik Freude bereitet. Mit diesen Blumen danken wir Euch für alles Schöne, das wir von Euch bisher empfangen durften. Wir danken Euch aber auch für die Aufopferung und die Treue, die Ihr Eurem Musikverein entgegengebracht habt. Wir wünschen Euch bei Eurer weiteren Tätigkeit im Musikverein Bottmingen recht viel Freude und Genugtuung. Der Musikverein selbst wünschen wir weitreres Blühen und Gedeihen, zum Wohle unseres Dorfes, zum Wohle unserer lieber Heimat."
 
3.
Als Abschluss am 29. Oktober die Jubiläumsfeier in der Tunhalle mit anschliessendem Bankett für die Ehrengäste im Gasthaus zur Sonne.